EuroHealthNet antwortet auf die EU-Konsultation zur Bezahlbarkeit von Lebensmitteln: Sicherstellung des Zugangs zu gesunder Ernährung für alle
EuroHealthNet hat auf die Konsultation der Europäischen Kommission geantwortet zu „Lebensmittelbezahlbarkeit in der EU“und unterstreicht damit die dringende Notwendigkeit, gesunde Ernährung für alle zugänglich zu machen.
Nahrungsmittelknappheit betrifft zunehmend Haushalte jenseits der traditionellen Niedrigeinkommensgruppen. Geringverdienende Haushalte, Alleinerziehende, kinderreiche Familien, Familien mit kleinen Kindern und Mieter in teuren Städten sind oft gezwungen, bei nahrhaften Lebensmitteln zu sparen und gleichzeitig steigende Kosten für Wohnen, Energie und Transport zu bewältigen. Auch andere benachteiligte Gruppen wie Migranten, ethnische Minderheiten, Menschen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten, junge Menschen und Rentner stehen unter wachsendem Druck. Regional zeigt sich dies besonders deutlich in ärmeren Gebieten Ost- und Südeuropas, in abgelegenen ländlichen Regionen und in benachteiligten Stadtvierteln, wo selbst moderate Lebensmittelpreiserhöhungen sowohl die Menge als auch die Qualität der Ernährung beeinträchtigen und negative gesundheitliche und soziale Folgen haben können.
Die Antwort unterstreicht die Bedeutung mehrerer wichtiger EU-Instrumente:
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Empfehlung (EU) 2021/1004 des Rates – Europäische Kindergarantie: fordert die Mitgliedstaaten auf, bedürftigen Kindern mindestens eine gesunde Mahlzeit pro Schultag zu bieten.
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EU-Schulprogramm für Obst, Gemüse und Milch (Verordnung (EU) 2016/791): unterstützt die Bereitstellung von kostenlosem oder subventioniertem Obst, Gemüse und Milch in Schulen und verknüpft die Nachfrage nach gesünderen Lebensmitteln mit der lokalen landwirtschaftlichen Produktion.
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EU-Agrarförderungspolitik (Verordnung (EU) 1144/2014): bestimmt, welche Lebensmittel mit EU-Mitteln beworben werden; die Ausrichtung von Kampagnen an Ernährungs- und Nachhaltigkeitszielen kann gesunde Lebensmittel sichtbarer, begehrenswerter und erschwinglicher machen.
EuroHealthNet fordert eine stärkere Koordinierung der Gesundheits-, Sozial-, Agrar-, Finanz- und Bildungspolitik, um gesunde, minimal verarbeitete Lebensmittel zur einfachsten und günstigsten Wahl zu machen. Zu den prioritären Maßnahmen gehören:
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Die Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte soll gesenkt, gleichzeitig sollen die Steuern auf ungesunde, hochverarbeitete Lebensmittel erhöht werden. Die Einnahmen sollen in Präventions- und Sozialmaßnahmen reinvestiert werden.
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Bereitstellung von flächendeckenden, gesunden und nachhaltigen Schulmahlzeiten, wobei bei der Beschaffung lokale Lieferanten bevorzugt werden und klare Ernährungsstandards gelten.
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Soziale und landwirtschaftliche Maßnahmen aufeinander abzustimmen und Einkommensbeihilfen, Kindergeld und Instrumente der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) miteinander zu verknüpfen, um den Zugang zu gesunder Ernährung zu verbessern.











