EuroHealthNet reagiert auf die Konsultation zu den Richtlinien für das öffentliche Beschaffungswesen.
Das öffentliche Beschaffungswesen in Europa entspricht jährlich rund 14 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Europäischen Union. Dieses enorme Volumen birgt ein erhebliches wirtschaftliches Potenzial, das zur Förderung von Nachhaltigkeit, sozialer Gerechtigkeit und regionalem Wohlstand genutzt werden kann. Dennoch fällt es vielen Auftraggebern nach wie vor schwer, soziale und ökologische Ziele in konkrete Ausschreibungsbedingungen zu übersetzen. Dies kann dazu führen, dass das günstigste Angebot den Zuschlag erhält und somit weniger gesunde, weniger nachhaltige und weniger sozial verantwortliche Ergebnisse erzielt werden. Zudem werden Chancen verpasst, lokale und regionale Wirtschaften sowie kleine, nachhaltige Produzenten zu unterstützen.
Die Überarbeitung der Richtlinien für das öffentliche Beschaffungswesen kann dazu beitragen, dass strategische und nachhaltige Beschaffung nicht länger eine optionale „Best-Effort“-Lösung ist, sondern in der gesamten Europäischen Union zum Standard wird. EuroHealthNet fordert, dass bei der Überarbeitung folgende Punkte berücksichtigt werden:
- Die Beschaffung von Lebensmitteln (rund 50 Milliarden Euro jährlich) soll genutzt werden, um die Lebensmittelproduktion und den Lebensmittelkonsum hin zu nachhaltigeren Modellen zu verlagern, die auch faire Löhne und Arbeitnehmerrechte fördern.
- Eine klare Unterscheidung zwischen allgemeiner und sektorspezifischer Gesetzgebung mit aktualisierten Kriterien schaffen und eine lebensmittelspezifische EU-Sektorgesetzgebung einführen.
- Bei der Vereinfachung sollten klare Richtlinien und mehr Flexibilität bei der Wahl der Verfahren berücksichtigt werden, damit die Gemeinden wissen, was sie anfordern sollen.
- Ein gezielter Ansatz „Made in Europe“ im Lebensmittelsektor kann dazu beitragen, strategische Abhängigkeiten zu verringern, die Ernährungssouveränität und -sicherheit zu stärken und europäische Landwirte sowie kleine und mittlere Unternehmen zu unterstützen.
- Soziale Schutzmaßnahmen für Arbeitnehmer in der Lebensmittelkette, einschließlich Migranten und unterbezahlten Arbeitnehmern, positive geschlechtsspezifische Auswirkungen, gesicherte gleiche Bezahlung und sicherere Arbeitsbedingungen; und Stärkung der Sozial- und Solidarwirtschaft.
Lesen Sie hier die Stellungnahme von EuroHealthNet zur Konsultation..











