Gemeinsamer Aufruf: Die neue EU-Kommission muss ihren Ambitionen in der Langzeitpflege Raum geben
Im Dezember 2022 unternahm die EU mit ihrer Ratsempfehlung einen entscheidenden Schritt zur Bewältigung der Pflegekrise. Ziel war es, die Bezahlbarkeit, Zugänglichkeit und Qualität von Pflegediensten zu verbessern. Die neuen Missionsschreiben der Europäischen Kommission spiegeln dieses Ziel jedoch nicht vollständig wider. Sie konzentrieren sich primär auf den Fachkräftemangel und übersehen den umfassenderen, vielschichtigen Charakter des Problems.
Zivilgesellschaftliche Organisationen und Gewerkschaften fordern die Kommission auf, die umfassende Vision der Europäischen Pflegestrategie zu übernehmen und Langzeitpflege als gesellschaftliche und nicht als private Verantwortung anzuerkennen. Dazu gehört die Unterstützung informeller Pflegekräfte, insbesondere von Frauen, die wirtschaftlich und sozial benachteiligt sind, sowie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für professionelle Pflegekräfte. Darüber hinaus müssen rechtsbasierte, personenzentrierte Pflegedienste gefördert und sichergestellt werden, dass Pflegeanbieter, einschließlich gemeinnütziger Organisationen, gegenüber gewinnorientierten Unternehmen bevorzugt werden.
Um Fortschritte zu gewährleisten, sollte die Kommission eine Europäische Plattform für Langzeitpflege einrichten, um die Politik zu überwachen und alle relevanten Akteure einzubeziehen. Angesichts der alternden Bevölkerung Europas ist es unerlässlich, dass die neue Europäische Kommission entschlossen und umfassend handelt, um den Bedürfnissen von über 30 Millionen Menschen mit Langzeitpflegebedarf und den sie unterstützenden Fachkräften gerecht zu werden.
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